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01.10.2018, 17:13 Uhr
Mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Libanon
Junge Funktions- und Mandatsträgerinnen der Jungen Union auf Delegationsreise
Die Konrad- Adenauer-Stiftung lud in Zusammenarbeit mit der Jungen Union Deutschlands zu einer Delegationsreise in den Libanon ein. Unser Mitglied Charlotte Weber sowie sechs weitere junge Funktions- und Mandatsträgerinnen aus ganz Deutschland folgten dieser Einladung, um in Gesprächen u.a. mit dem Minister for Women Affairs H.E Jean Oghassabian, Chantal Sarkis (Secretary General of Lebanese Forces) und vielen weiteren politisch aktiven Frauen mehr über die Chancen und Herausforderungen der politischen Partizipation von Frauen im Libanon zu erfahren.
Für uns in Europa ist die Teilhabe von Frauen in der Politik fast selbstverständlich, wohingegen im Libanon immer noch darum gekämpft werden muss. Diesen Kampf - immer mit dem Ziel, das Land neu zu strukturieren und eine westliche liberale Wertekultur zu etablieren -  führen diese Frauen mit viel Stärke und Mut.
Die libanesische Gesellschaft ist seit Jahrzehnten von religiösen und politischen Machtkämpfen zerrissen. Die Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg und vielen weiteren gewalttätigen, politisch motivierten Auseinandersetzungen lassen die Frauen in ihrem Kampf um Gleichberechtigung und Partizipation eine für europäische Verhältnisse ungewöhnliche Eleganz an den Tag legen. Geprägt von ihrer Geschichte fühlen sie sich als "Überlebende", die jeden einzelnen Tag zu schätzen wissen. Eine lebensbejahende Einstellung, von der wir als Europäer auch etwas lernen können.

Neben den intensiven Austauschen mit diesen spannenden Persönlichkeiten erarbeitete sich die Delegation auch einen Überblick über die aktuellen (sicherheits-) politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten des Zedernstaates.
Hierfür traf sie sich mit den CDU "Partnerparteien" Kataeb Party und Lebanese Forces, die einen Einblick in die schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Zustände des Libanon gewährten. Die Journalistin Carol Malouf, die sich während der kämpferischen Handlungen des IS in Syrien und im Irak befand, berichtete hautnah von ihren unglaublichen und zugleich bedrückenden Erfahrungen. Durch den Besuch eines nahegelegenen Flüchtlingslagers erhielten die jungen Frauen zudem einen unverfälschten Einblick in die Lebenssituation von Flüchtlingen.

Die Konflikte des Nahen Ostens betreffen uns hier in Deutschland unmittelbar. Politische Lösungen, insbesondere für den Konflikt im zum Libanon direkt benachbarten Syrien, sind zur Zeit nicht absehbar, die Flüchtlingszahlen im Libanon steigen auch deswegen weiter rasant an. Die weitere Stärkung humanitärer Hilfen vor Ort wird im Libanon dringend benötigt, damit sich die Versorgungssituation der Flüchtlinge nicht  verschlechtert. Hier ist Deutschland gefordert, seinen Anteil weiterhin nachhaltig zu leisten. Auch, weil die komplexen Konflitlagen in und um den Libanon eine kurzfristige Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten quasi unmöglich machen.

Für die Möglichkeit dieser nachhaltig eindrucksvollen Reise gilt der Dank der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Jungen Union Deutschlands und den engagierten Partnern im Libanon.